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Optionsscheine

Optionsscheine (Warrants) gehören zur Kategorie der Optionen als Anlageinstrumente. Das Wort „optio“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „freier Wille“. Warrants geben das Recht, aber nicht die Pflicht zum Kauf bzw. Verkauf von Basiswerte. Dieses Recht ist in Form einer Wertpapierurkunde verbrieft. Basiswerte können Aktien, Anleihen, Währungen, Rohstoffe und Indizes sein.

Der Anleger hat mit Warrants die Möglichkeit auf steigende bzw. auf fallende Kurse zu setzen. Aufgrund der Wirkung des finanziellen Hebels kann mit geringem Einsatz viel Geld verdient werden. Es kann aber auch zum Totalverlust des Einsatzes kommen. Der Käufer muss innerhalb einer vorgegebenen Frist handeln. Darüber hinaus verfällt die Urkunde wertlos.

Beim Kauf eines Optionsscheins ist auf die Ausstattungsmerkmale zu achten. Diese beeinflussen den Erfolg oder Misserfolg des Investments. Der Warrant bezieht sich immer auf einen Basiswert, auch Underlying genannt. Bei einer Aktie sollte der Anleger als Erstes, Informationen über die Wertpapiere einholen. Der Bezugspreis (Strike Price) bezeichnet den Preis des Basiswerts in einer Währung, der vom Emittent des Optionsscheins festgelegt wird. Je weiter der Strike Price vom Preis des Basiswerts (z.B. Aktienkurs) entfernt ist, umso risikoreicher ist ein Engagement zu werten. Allerdings sind auch der Hebel und die Gewinnchance größer.

Die Fälligkeit gibt den Termin an, bis zu dem letzten Endes das Optionsrecht ausgeübt werden kann. Die Andienung beschreibt die Art wie der Optionsschein verrechnet wird. Bei der effektiven Andienung wird der Basiswert, z.B. die Aktie, zwischen (Still)-Halter und Käufer ausgetauscht. Beim Cash Settlement erfolgt kein Austausch, sondern ein Barausgleich. Das ist die Differenz zwischen Strike und aktuellen Handelswert des Basiswerts.

Optionsscheine unterscheidet man in Call als Kaufoption und Put als Verkaufsoption. Beim Call spekuliert der Käufer auf steigende, beim Put auf fallende Kurse des Basiswerts. Bei der Ausübungsmodalität gilt es die europäische und die amerikanische zu unterscheiden. Beim "American style" kann der Anleger das Optionsrecht während der Laufzeit an jedem Bankarbeitstag ausüben. Beim "European style" ist das Ausübungsrecht nur am Ende der Laufzeit möglich. Aus dem Bezugsverhältnis (Optionsverhältnis) ist ersichtlich, wie viele Basiswerte für einen Warrant erworben werden können.

Als weiteres Ausstattungsmerkmal dient die Optionsprämie. Mit steigendem Bezugsverhältnis nimmt die Prämie ab.

Ähnlich dem Handel mit Optionsscheinen ist der CFD-Handel. Einziger Unterschied, CFD Kontrakte besitzen im Gegensatz zu Optionen keine festgelegte Laufzeit.